Donnerstag, 10. Mai 2007

Für gewöhnlich beschreitet man Wege, die auch als solche gekennzeichnet sind. Man geht durch Pforten und an Mauern vorbei. Anders bei Le Parkour. Bei dieser Sportart löst man sich von diesen Gewohnheiten. Hindernisse werden überwunden, neue Wege werden geschaffen. Dadurch ergibt sich ein völlig neues Bild der gewohnten Umgebung. Parkour ist eine schnelle und effiziente Art der Fortbewegung ohne Hilfsmittel, bei der man sich frei, elegant und kreativ durch den urbanen oder natürlichen Raum bewegt.

Parkour wurde von dem 1973 in Frankreich geborenen David Belle begründet. Als Kind lernte er von seinem Vater, einem ehemaligen Vietnamsoldaten, in den Wäldern Nordfrankreichs die “Méthode Naturelle” - eine Kunst der Bewegung durch die Landschaft mit ihren natürlichen Hindernissen im Einklang mit Natur und Umwelt. Ende der 80er Jahre übertrug er diese Methode spielerisch auf die urbane Landschaft des Pariser Vorortes, in dem er lebte.


(David Belle, YouTube-Video)

Eine Variante von Le Parkour ist Free Running von Sébastien Foucan, einem weiteren Mitbegründer von Parkour. Im Gegensatz zu Parkour, das viel Wert auf Effizienz und Geradlinigkeit legt, enthält Free Running deutlich mehr akrobatische Elemente wie z.B. Salti. Große Bekanntheit erlangte Foucan vor allem durch die 2003 vom britischen Sender Channel Four produzierte Dokumentation Jump Britain.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich Parkour bzw. Free Running zu populären und medienwirksamen Trendsportarten. Eine gewisse Kommerzialisierung war daher die unvermeidliche Folge, was (wie bei vielen anderen Bewegungen auch) bei den Vorreitern und Puristen eher skeptisch gesehen wird, da der ursprüngliche und philosophische Gedanke zunehmend in den Hintergrund gerät. Trotzdem - Parkour und vor allem das etwas spektakulärere Free Running sind aus Kultur und Medien nicht mehr wegzudenken.

So war Sébastien Foucan unlängst mit Madonna auf der Confessions-Tour und demonstriert in den Videos zu Hung up (YouTube-Link) und Jump (YouTube-Link) sein Können. In Casino Royale spielte er die Rolle des Mollaka und lieferte sich dort eine packende Verfolgungsjagd mit James Bond:


(Direkt-Link)

David Belle spielte in etwas unbekannteren Filmen, wie dem 2004 von Luc Besson produzierten “Gettogangz”, der dem Bakanntheitsgrad von Parkour dennoch ein weiteren Schub gab. Auch war er in mehreren Werbespots zu sehen.

Die Geschichte von Parkour ist noch lange nicht zu Ende, und die usrprüngliche Philosophie darf nie in Vergessenheit geraten: die Welt neu entdecken, neue Wege gehen, im Einklang mit Natur und Umwelt. Keine Ahnung, ob ich das selbst mal ausprobiere - mit Mitte 30 muss man sich sowas ja zweimal überlegen - aber ansehen werde ich mir das immer gerne, dieser Faszination kann ich mich nicht entziehen. Denn Parkour hat vor allem eines, etwas, das mich auch zum Snowboarden gebracht hat: es hat Style.

Videos
Jump Britain, Doku mit Sébastien Foucan (49 min)
David Belle vs. Eminem (2:49 min)
Best of David Belle’s Videos (4:30 min)
David Belle in Gettogangz (3:08 min)
BBC-Werbespot mit David Belle (1:32 min)
Nike-Werbespot mit David Belle (1 min)

Textquellen
Parkour - Wikipedia
David Belle - Wikipedia
www.parkour.de

 

Reaktionen

#1: Trackback von Popcornmaschine
10. Mai 2008 um 21:23 Uhr
Parkour Game: Mirrors Edge
Die Fans von Parkour und Free Running wird es freuen: für die zweite Hälfte diesen Jahres wurde Mirror's Edge angekündigt. In dem für PS3, Xbox 360 und PC entwickelten Action-Adventure wird man in Ego-Perspektive Häuserschluchten, Mauern, Kräne und sonstiges urbanes Zeug ohne Hilfsmittel überwinden. Das ganze ist eingebettet in eine Story, in der man seine Schwester aus den Händen einer korrupten Regierung befreien muss und es dabei mit skrupellosen…

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