Die unendliche Geschichte war für mich einer der prägendsten Filme Mitte der 80er. Als ich ihn im Kino sah, war ich 13 oder 14 Jahre alt. In den Wochen danach war ich in meinen Träumen Atreju, heroisch rettete ich die Kindliche Kaiserin ein ums andere Mal aus unsagbaren Gefahren und erhielt nicht selten einen Kuss als Belohnung - ich war schon immer ein Romantiker. Ein bis zwei Jahre später saß ich dann selbst auf dem Rücken von Fuchur - bei einem Schulausflug zu den Bavaria Filmstudios. Als Limahl-Fan war ich natürlich auch vom Titelsong des Films begeistert (Never Ending Story, Videolink).
Achja was war das ein herrlicher Film. Was habe ich gelacht bei der uralten Morla (Videolink), wie leicht fühlte ich mich bei Fuchurs Flügen (Videolink), und wie sehr musste ich mir die Tränen verdrücken, als Artax in den Sümpfen der Traurigkeit versank (Videolink). Auch heute noch, über zwanzig Jahre später, schaue ich den Film gerne an, und obwohl die Tricktechnik “old fashioned” ist, hat er wenig von seinem Reiz verloren (Pro7-Trailer zum Film).
Was ist aus Atreju, Bastian und der Kindlichen Kaiserin geworden?
Noah Hathaway (Atreju), der schon vor der unendlichen Geschichte in Werbeclips und der TV-Serie Kampfstern Galactica mitgespielt hatte, trat danach noch vereinzelt in Serien und Filmen auf (zuletzt 1994). Außerdem arbeitete er als Tanzlehrer und Barkeeper, fuhr Motorradrennen, und bildete Flugbegleiter und Piloten im Nahkampf aus. Seit einigen Jahren besitzt er mit seiner Frau einen Motorradladen in Miami.
Barret Oliver (Bastian) spielte noch bis 1989 in Filmen (Cocoon, D.A.R.Y.L.) und hatte Gastrollen in Serien wie Knight Rider und Twilight Zone. Danach trat er in Werbespots auf, studierte Fotografie und lehrt seit 2004 selbst in diesem Fach. Seine Werke werden in Ausstellungen und Museen präsentiert.
Die Kindliche Kaiserin war für Tami Stronach die erste und einzige Rolle als Schauspielerin. Die Eltern der gebürtigen Iranerin erlaubten ihr nicht, mit der Schauspielerei weiterzumachen, in der Absicht ihr das negative Schicksal anderer Kinderstars zu ersparen. Auch als junge Sängerin nahm sie mit Fairy Queen (anhören) nur eine einzige Single auf. Stattdessen machte sie sich als Theater-Tänzerin einen Namen und ist noch heute als Choreographin in New York tätig (offizielle Homepage).
Ich kann mich auch noch gut an diesen Film erinnern, den ich ähnlich wie ET damals als recht traurig in Erinnerung habe.
Die “Karrieren” der drei sind schon interessant aber eigentlich auch nicht sonderlich überraschend, wenn man sich anschaut, wie wenig Schauspieler den Sprung vom Kinderstar in die Welt der Erwachsenen schaffen.