Mittwoch, 12. Juli 2006

“Endlich ist die WM vorbei und die Leute werden langsam wieder normal”, schreibt Ghettomaster, und es werden sicher noch andere erleichtert sein.

Ich finde allerdings: es war doch gerade das Schöne, dass die Leute nicht normal waren. Dass sie sich aus jahrelanger latenter emotionaler Depression befreit haben, dass sie unbeschwert gefeiert, geschrien, gelacht und mitgefiebert haben. Dass sie wirklich die Gastfreunde waren, die das Motto der WM vorgab.
Klar war das nicht normal, aber es war schön, und ich würde mir wünschen, dass es zur Normalität wird, jetzt wo viele schon mal über ihren Schatten gesprungen sind und vielleicht gemerkt haben, wie gut es sich anfühlt, sich mal frei zu machen von Angst, Pessimismus und Unmut. Mal so richtig aus sich rauszugehen, und zwar alle gemeinsam. Raus auf die Straße zu gehen, nicht griesgrämig und in Hektik, sondern einfach locker flockig. Andere Autofahrer anzuhupen, nicht weil sie Deppen und Vollspacken sind, sondern weil man sich gemeinsam mit ihnen freut.
Nein, ich hoffe nicht, dass die WM schon vorbei ist. Ich hoffe dass wir sie in unseren Herzen alle weiter feiern. Gemeinsam und für immer.

 


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